DJM Tag 4 und 5


Text: Sabine Büscher  Bilder: HSV, Andrea Schneider 

 

An den letzten 2 Tagen der DJM zeigt sich, wer mit guter Kondition ausgestattet ist. Nicht nur die Schwimmer, auch die Trainer zeigen Ermüdungserscheinungen. Jeden Tag früh aufstehen, mehr oder weniger den ganzen Tag in einer Halle, in der es kein Tageslicht gibt, die Luft bei so vielen Teilnehmern eher warm und verbraucht ist und spätestens am Sonntag der Gedanke, dass für die meisten eine normale Arbeitswoche kurz bevor steht. Also Hut ab, auch vor den Trainern, die zu 90% den Sport neben ihrem eigentlichen Beruf als Hobby betreiben und dafür sehr viel Freizeit und privaten Urlaub investieren. Während die Trainer aber einen „Leistungsabfall“ eventuell noch kaschieren können, müssen die Schwimmer knall hart gegen die Uhr schwimmen.

Wohl dem, der im Vorlauf locker schwimmen darf. Hannah trieb es dabei auf die Spitze in 200 Meter Brust. Bei 2:41 im Vorlauf fragten sich dann auch die Trainer, ob das jetzt wirklich nur Energiesparmodus war, oder ob sie nicht doch auch müde wurde. Das erste Mal „nur“ als Drittplatzierte im Endlauf, ob sie erneut das Tripple schaffen könnte. Im Finale war denn aber schnell klar, dass sie nicht vorhatte irgendetwas abzuschenken, von Beginn an in der Spitzenposition baute sie ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Am Ende drittes Gold in 2:30,00. Freude und ein kleines bisschen Ärger, dass sie diese Schallmauer nicht brechen konnte. Grandios konstant was Hannah die letzten Jahre abgeliefert hat. Am Sonntag durfte sie nochmal ohne Druck auf einer Nebenstrecke ran. 100 Meter Schmetterling, in 1:04,06 erneut Bestzeit und Platz 7. Hannah kann voll Selbstvertrauen nach Hause fahren und sich jetzt nochmal konzentriert auf die Jugend Europameisterschaften vorbereiten.

Hannah Vietheer hatte den Samstag frei. Das nutzte sie offensichtlich gut, denn mit 0:26,64 konnte sie in 50 Meter Freistil als dritte das Finale erreichen. Das das nicht reichen würde für eine Medaille war klar, aber der Fuß war in der Tür. Im Finale konnte sie nach einem mittelmäßigen Start dann aber voll beschleunigen und sich mit einem sehr guten Anschlag auf den Bronze Platz schieben. 0:26,21 eine neue Bestzeit und ein sehr versöhnlicher Abschluss für Hannahs DJM. Wir hoffen auf baldiges Wiedersehen.

Siri zeigte sich am Samstag auf den 200 Meter Brust zunehmend erholt. Mit 2:47,77 erreichte sie fast Bestzeit, platzierte sicher aber leider auf Platz 9, lediglich ein Zehntel hinter Platz acht und der Möglichkeit im Finale nochmal was drauf zu legen. Am Sonntag ihr letzter Start über 100 Meter Schmetterling. Hier beendete sie die Woche, wie sie für sie begonnen hatte, mit einer tollen Bestzeit von 1:09,06. Siri kann mit breiter Brust, an der eine Bronzemedaille glänzt die Heimreise antreten.

Marie Topuzovic konzentrierte sich diese DJM auf die Bruststrecken, was sich als gute Taktik erwies. Sie setzte ihre positive Entwicklung fort und schaffte in 2:49,92 erneut eine Bestzeit und Platz 13. Marie kann die Erkenntnis mit nach Hause nehmen, dass man sich durch konzentriertes arbeiten auch zügig aus Krisen wieder herausarbeiten kann. Sie hat ihre Saisonziele trotz schwierigem Begin erreicht, Finale und Kaderzeit umgesetzt.

Sirin hat sich auf die drei Schmetterlingstrecken konzentriert. Für sie ebenfalls eine schwierige Saison, insofern war die Teilnahme schon aller Ehren wert. Leider kam sie am Ende in 1:12,39 nicht an ihre Bestzeit, aber nimmt auch viel Erfahrungen mit. Für sie gilt es im nächsten Jahr mehr Konstanz in ihr Training zu bekommen, damit sie ihr Talent ausschöpfen kann.

Ihre Jahrgangskollegin Garam hingegen spulte ein Rennen nach dem anderen scheinbar ohne große Ermüdungserscheinungen ab. Am Samstag für sie über 50 Meter Rücken erneut Bestzeit in 0:33,03, mit Platz 10 knapp hinterm Finalplatz. Dies erreichte sie dann am Sonntag über 100 Meter Rücken. Hier schloss sie ihre äußerst erfolgreiche Woche mit 1:10,41 auf Platz 7 erneut in Bestzeit ab. Garam hat sicherlich eine der erfreulichsten Entwicklungen in diesem Jahr gezeigt.

Marie Mertig hatte ebenso ein strammes Programm und enttäuschte dabei nicht. Die 200 Meter Lagen am Samstag reichten wieder für das Finale, wo sie mit großem Kampfgeist den fünften Platz in neuer Bestzeit von 2:30,28 erreichte. Sie beendet die DJM Woche am Sonntag mit einer Nebenstrecke, auf den 50 Freistil konnte sie mit 0:29,69 und Bestzeit eine sehr erfolgreiche Woche beenden. Deutscher Meister bleibst Du für immer!

Arthur ist wirklich hoch anzurechnen, dass er, auch wenn es nicht so läuft immer guten Mutes und voll motiviert in den nächsten Wettkampf geht. Für ihn standen zum Ende die 200 Meter Brust an, die Strecke auf der er als eher sprintorientierter Schwimmer schon häufig sehr leiden musste. Trotzdem ging er enthusiastisch an, von Angst keine Spur, flüssig gleitend schwamm er die ersten 150 und einen veritablen Vorsprung ein. Lediglich auf den letzten 15 Metern verließen ihn die Kräfte. So reichte es leider wieder nicht zur Bestzeit.

Jannes hatte die Schwierigkeit, dass seine beiden Starts am ersten und letzten Tag der Schwimmwoche stattfinden. Über die Woche die Spannung zu halten ist sehr schwer. Da seine Stärke eher das gleichmäßige Tempo ist, hatte er den Auftrag auf den ersten 50 möglichst schnell anzugehen. Das kostet Überwindung, ist ihm aber mit 30,7 gelungen. Hinten drauf kostete das etwas Kraft, aber die Trainer waren mit seiner Zeit von 1:05,64 sehr zufrieden.

Oskar, William und Maxi ja alle als 2011 das erste Mal in Berlin dabei und auch alle mit ordentlichem Schwimmprogramm versehen. Da merkte man am Wochenende schon etwas Ermüdungserscheinungen. Maxi erreichte seine 200 Brustbestzeit nicht, aber man muss sagen, dass er in dieser Saison vielleicht die größte Entwicklung aller HSCler genommen hat. Bisher immer eher aus der zweiten Reihe agierend, schob es ihn im letzten Quartal dermaßen nach vorne, dass er etwas plötzlich auf der großen Schwimmerbühne landete und eine ordentliche Lernkurve hinlegen musste. Dafür hat er seine Sache sehr gut gemacht.

William schloss den Wettkampf mit 1:11,5 in 100 Meter Schmetterling ab. Er schwamm eine solide DJM, aber musste auch den Anstrengungen etwas Tribut zollen. Er wird seinen Weg ganz sicher kontinuierlich weiter gehen.

Oskar hatte die 50 und 100 Meter Rücken am Wochenende auf dem Plan. In 50 Meter Rücken in 0:32,7 eine schöne Bestzeit, in 100 Meter Rücken mit 1:11,99 nicht ganz. Für ihn gilt ähnliches wie für William. Sehr solide DJM aber scheinbar auch etwas überwältigt. Auch er wird mit seinem Talent sicher noch weit kommen.

 

Insgesamt geht eine äußerst erfolgreiche DJM-Woche zu Ende, vier Titel und zwei Bronzemedaillen, von insgesamt vier Sportlerinnen. Mit 15 Teilnehmern und über 50 Starts auch in der Breite hervorragend. Im Gesamtklassement auf Platz 22 von 306 teilnehmenden Vereine!

Herzlichen Glückwunsch an alle beteiligten Sportler, Trainer, Eltern, Ehrenamtlichen für diese Spitzenleistung.